Strafregisterauszug, Betreibungsauszug, ärztliches Zeugnis: Dokumente für die Pflegeeltern-Bewerbung
Wer ein Pflegekind in Basel-Stadt aufnehmen möchte, durchläuft eine Eignungsabklärung, die mit einer konkreten Dokumentenliste beginnt. Viele Bewerberinnen und Bewerber unterschätzen, wie viel Vorlaufzeit einzelne Dokumente benötigen — und wie spezifisch die Anforderungen sind. Wer zu spät beginnt, verliert Wochen.
Die vier Pflichtdokumente im Überblick
1. Strafregisterauszug (Sonderprivatauszug)
Für die Arbeit mit Kindern verlangt der Kanton Basel-Stadt den Sonderprivatauszug. Welche Angaben der Auszug enthält und welche Personen ihn einreichen müssen, klären Sie mit der Fachstelle Jugendhilfe.
Der Sonderprivatauszug wird online unter strafregister.admin.ch bestellt. Die Kosten betragen CHF 17.–. Bestellen Sie ihn frühzeitig; prüfen Sie mit der Fachstelle Jugendhilfe, welche Form des Nachweises akzeptiert wird.
Der Auszug ist für die von der Fachstelle bezeichneten Personen einzureichen. Klären Sie mit ihr, welche Personen im Haushalt betroffen sind.
Wie werden Einträge beurteilt? Allfällige Einträge werden im Rahmen der persönlichen Eignung beurteilt. Fragen Sie die Fachstelle, welche Unterlagen oder Erläuterungen sie im Einzelfall benötigt.
2. Betreibungsregisterauszug
Der Betreibungsregisterauszug dokumentiert offene Betreibungen und Verlustscheine. Er dient der Fachstelle als Nachweis finanzieller Stabilität — ein Grundvoraussetzung, da Pflegeeltern für ein Kind sorgen sollen, ohne selbst in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken.
Der Betreibungsregisterauszug wird beim Betreibungsamt Basel-Stadt bestellt. Für Personen mit Wohnsitz in Basel-Stadt ist das Betreibungsamt der Wohngemeinde zuständig; für Riehen und Bettingen die jeweiligen Gemeindeämter. Der Auszug kostet CHF 17.–. Klären Sie mit der Fachstelle, wie aktuell der Auszug sein muss.
Was führt zur Ablehnung? Eine grosse Anzahl offener Betreibungen oder ein Verlustschein signalisiert finanzielle Instabilität. Der KJD bewertet die Situation ganzheitlich — eine einmalige Betreibung aus einer strittigen Mietsituation ist etwas anderes als chronische Zahlungsunfähigkeit.
3. Ärztliches Zeugnis
Das ärztliche Zeugnis bestätigt, dass die Bewerbenden gesundheitlich in der Lage sind, ein Kind zu betreuen. Die Fachstelle Jugendhilfe gibt in der Regel ein Formular vor, das der Hausarzt ausfüllt. Im Mittelpunkt steht, ob der Gesundheitszustand die Betreuungsfähigkeit beeinträchtigt.
Gesundheitliche Belastungen werden im Rahmen der persönlichen Eignung beurteilt; entscheidend ist ihre Auswirkung auf die Betreuungsfähigkeit.
Praxistipp: Informieren Sie Ihren Hausarzt rechtzeitig über den Zweck des Zeugnisses. Manche Ärzte sind unsicher, was die Fachstelle erwartet. Das Formular der Fachstelle schafft Klarheit.
4. Lohnausweise und Einkommensnachweis
Als Nachweis der wirtschaftlichen Stabilität brauchen Pflegeeltern aktuelle Lohnausweise oder, bei Selbständigkeit, die letzte Steuererklärung. Die Fachstelle prüft nicht eine Mindesteinkommen-Schwelle, sondern die allgemeine finanzielle Situation im Verhältnis zu den Haushaltsverpflichtungen.
Wichtig: Das Pflegegeld selbst ist kein Einkommensnachweis für die Bewerbung — es wird erst nach der Platzierung ausbezahlt.
Weitere Dokumente je nach Situation
Verheiratete Paare: Keine zusätzlichen Dokumente, aber das Zivilstandsamt kann den Eheausweis verlangen, falls die Fachstelle ihn nicht direkt aus dem System abrufen kann.
Unverheiratete Paare: Die Fachstelle verlangt einen Nachweis des gemeinsamen Haushalts — z.B. Wohnungsvertrag auf beide Namen oder Meldebestätigung.
Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft: Relevante Aufenthaltsdokumente als Kopie einreichen; die Fachstelle klärt, welche Nachweise benötigt werden.
Personen mit Wohneigentum: Die Fachstelle kann einen Grundbuchauszug oder einen anderen Eigentumsnachweis verlangen.
Wie lange dauert die Dokumentenphase?
Die Dauer hängt von der Bestellung, dem Termin beim Hausarzt und den verlangten Unterlagen ab. Planen Sie ausreichend Vorlauf ein und klären Sie den aktuellen Bedarf direkt mit der Fachstelle Jugendhilfe, bevor Sie die Unterlagen einreichen.
Wenn Sie eine vollständige Dokumenten-Checkliste und den genauen Ablauf der Eignungsabklärung in Basel-Stadt suchen, finden Sie das strukturiert zusammengefasst im Ratgeber für Pflegefamilien & Adoption im Kanton Basel-Stadt.
Kostenlos erhalten: Kanton Basel-Stadt Pflegefamilie Checkliste
Laden Sie Kanton Basel-Stadt Pflegefamilie Checkliste herunter — ein druckbarer Leitfaden mit Checklisten, Vorlagen und Aktionsplänen, die Sie sofort nutzen können.