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Alternativen zu Pflegeeltern-Schulungen und Fachbüchern: Was hilft wirklich bei der Bewerbungsvorbereitung?

Wenn Sie die verfügbaren Ressourcen zur Vorbereitung auf die Pflegeelternschaft vergleichen — Vorbereitungskurse der Pflegefamilien-Akademie, PFAD-Mitgliedschaft, Fachbücher wie Irmela Wiemanns Standardwerk, Foren und Facebook-Gruppen — stellt sich eine einfache Frage: Was beantwortet die Frage "Wie bestehe ich die Eignungsprüfung?" am direktesten? Die Antwort ist unbequem, aber klar: Die meisten dieser Ressourcen sind entweder für aktive Pflegeeltern gedacht, pädagogisch ausgerichtet statt prozessorientiert, oder zu unstrukturiert, um im entscheidenden Moment schnell verwertbar zu sein. Ein unabhängiger, prozessorientierter Ratgeber schließt diese Lücke — nicht als Ersatz für alle anderen Quellen, sondern als die Ressource, die in der Bewerbungsphase am direktesten anwendbar ist.

Die Ressourcen im Einzelnen

Pflegefamilien-Akademie (100–150 € pro Kurs)

Die Pflegefamilien-Akademie bietet Online-Seminare für Pflegeeltern an, darunter Themen wie Deeskalation in Pflegefamilien, Trauma-Reaktionen bei Pflegekindern oder die rechtliche Situation im Pflegeverhältnis. Das ist wertvolles Wissen — aber es richtet sich vornehmlich an Pflegeeltern, die bereits ein Kind betreuen. Für Bewerber in der Vorbereitungsphase sind diese Kurse in der falschen Reihenfolge: Sie vertiefen das Handwerk, bevor die Grundlagen des Bewerbungsprozesses geklärt sind. Kosten von 100 bis 150 Euro pro Kurs sind außerdem für spezifische Einzelthemen hoch, wenn das übergeordnete Prozesswissen noch fehlt.

PFAD Bundesverband (70 € und mehr pro Jahr)

PFAD ist die wichtigste Interessenvertretung für Pflegefamilien in Deutschland. Eine Mitgliedschaft signalisiert Seriosität und kann bei Konflikten mit dem Jugendamt oder bei Rechtsfragen unterstützen. Regionale PFAD-Gruppen bieten außerdem Erfahrungsaustausch und manchmal Beratung. Was eine PFAD-Mitgliedschaft nicht bietet: strukturierte Schritt-für-Schritt-Vorbereitung auf die Eignungsprüfung, Pflegegeldtabellen aller Bundesländer oder eine Anleitung zum Lebensbericht. Die Mitgliedschaft ist eine Jahresgebühr ohne konkretes Vorbereitungsangebot für Erstbewerber.

Irmela Wiemann: "Adoptiv- und Pflegekindern ein Zuhause geben" (ca. 24 €)

Wiemanns Standardwerk ist das meistzitierte Fachbuch im deutschen Pflegekinderwesen. Es ist pädagogisch tiefgründig, bindungstheoretisch fundiert und für die Arbeit mit traumatisierten Kindern unentbehrlich. Es ist allerdings explizit auf die Zeit nach der Vermittlung ausgerichtet: was tun, wenn das Kind da ist, wie man Bindung aufbaut, wie man mit Verhaltensauffälligkeiten umgeht. Die Eignungsprüfung, den Lebensbericht oder das Jugendamt-Gespräch behandelt es nicht. Außerdem gilt: Es ist "akademisch" geschrieben — so schreiben Rezensenten selbst auf Amazon — und nicht für Menschen gedacht, die schnell einen Prozessüberblick brauchen.

Kostenlose Foren und Facebook-Gruppen (Pflegefamilien Deutschland, REHAkids)

Gruppen wie "Pflegefamilien Deutschland" auf Facebook oder das Forum pflegeeltern.de sind hochaktiv und liefern echte Erfahrungen. Das ist ihr Stärke und ihre Schwäche zugleich. Was Sie dort finden: persönliche Berichte, lokale Einschätzungen, emotionale Unterstützung, Einzelfallschilderungen. Was fehlt: strukturierte Übersicht, aktuelle Rechtsgrundlagen und verlässliche Pflegegeldangaben. Forenbeiträge sind nicht datiert, nicht überprüft und beziehen sich auf individuelle Situationen, die möglicherweise nicht auf Ihre zutreffen. Als Ergänzung wertvoll, als Hauptinformationsquelle für die Bewerbungsphase unzuverlässig.

Podcast "Pflegefamilien Deutschland" (kostenlos)

Mit über 100 Episoden ist dieser Podcast eine bemerkenswerte Ressource für erfahrene Pflegeeltern. Themen wie "Pflegeeltern und Recht" oder "Leben mit FASD" sind hochwertig. Für die Bewerbungsphase ist das Format allerdings ineffizient: Wer schnell wissen möchte, was beim Hausbesuch zählt oder wie der Lebensbericht strukturiert sein sollte, verbringt Stunden mit dem Suchen der richtigen Episode statt mit dem Vorbereiten.

Vergleich aller Ressourcen

Ressource Kosten Fokus Bewerbungsphase Pflegegeld-Tabellen Lebensbericht-Hilfe Strukturiert
Pflegefamilien-Akademie 100–150 € / Kurs Nein (Aktive Pflegeeltern) Nein Nein Ja
PFAD-Mitgliedschaft 70 €+ / Jahr Nein (Interessenvertretung) Nein Nein Nein
Wiemann-Buch ca. 24 € Nein (Post-Vermittlung) Nein Nein Ja
Facebook-Gruppen Kostenlos Teilweise Nein Nein Nein
Forum pflegeeltern.de Kostenlos Teilweise Nein Nein Nein
Podcast Kostenlos Teilweise Nein Nein Nein
Jugendamt-Broschüre Kostenlos Ja (aus Behörden-Sicht) Selten vollständig Nein Ja
Unabhängiger Ratgeber Einmalig Ja (aus Bewerbersicht) Ja (alle 16 Länder) Ja Ja

Für wen ist ein unabhängiger Ratgeber die richtige Wahl

  • Erstbewerber, die den Prozess strukturiert verstehen wollen, ohne sich durch unstrukturierte Foren zu arbeiten
  • Menschen mit begrenztem Budget, die nicht 100 bis 150 Euro für einen Kurs ausgeben möchten, der für aktive Pflegeeltern konzipiert ist
  • Bewerber, die zeitlich unter Druck stehen und eine kompakte Ressource suchen, die an einem Abend gelesen werden kann
  • Familien, die konkrete Zahlen brauchen: Wie viel Pflegegeld steht uns in unserem Bundesland zu?
  • Bewerber, die ihren Lebensbericht schreiben müssen und konkrete Formulierungshilfen suchen
  • Menschen, die das psychologische Gespräch vorbereiten wollen und wissen möchten, welche Antworten als Stärke oder Schwäche gelesen werden

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Für wen ein Ratgeber allein NICHT ausreicht

  • Wenn Sie ein Pflegekind bereits betreuen und vertiefendes Fachwissen zu Trauma, Bindung oder FASD brauchen: Dann ist Wiemanns Buch oder ein Pflegefamilien-Akademie-Kurs die richtige Ergänzung
  • Wenn Sie sich langfristig in der Pflegekind-Community vernetzen wollen: Dann ist eine PFAD-Mitgliedschaft sinnvoll — nicht als Vorbereitungsressource, sondern als Netzwerk
  • Wenn Sie Rechtsstreitigkeiten haben (Ablehnung, Sorgerecht, Verbleibensanordnung): Dann brauchen Sie einen Fachanwalt für Familienrecht
  • Wenn Sie die emotionale Begleitung durch andere Pflegeeltern suchen: Dann sind Foren und Gruppen wertvolle Ergänzungen

Die Ressourcen schließen sich nicht aus. Sie haben unterschiedliche Funktionen — und der Fehler vieler Bewerber ist, die falsche Ressource in der falschen Phase zu nutzen.

Die Zeitfrage: Was brauchen Sie wann?

Phase 1 — Entscheidungsphase: Jugendamt-Broschüre (Überblick über formale Anforderungen), Foren und Podcasts (realistische Erfahrungsberichte), kostenloser Jugendamt-Informationsabend

Phase 2 — Bewerbungsphase: Strukturierter Ratgeber (Prozesswissen, Lebensbericht, Hausbesuch, Pflegegeldtabellen), direktes Gespräch mit dem zuständigen Jugendamt

Phase 3 — Nach der Vermittlung: Wiemanns Fachbuch (pädagogisches Tiefenwissen), Pflegefamilien-Akademie-Kurse (spezifische Kompetenzen), PFAD-Mitgliedschaft (Interessenvertretung und Netzwerk), Foren (Erfahrungsaustausch)

Wer einen Wiemann-Kurs kauft, bevor er die Eignungsprüfung bestanden hat, kauft das richtige Werkzeug für den falschen Moment.

Vor- und Nachteile im direkten Vergleich

Pflegefamilien-Akademie-Kurs (100–150 € pro Kurs) Vorteile: Tiefe Fachkompetenz, Live-Format mit Fragen-Möglichkeit, Zertifikat Nachteile: Für aktive Pflegeeltern konzipiert, teuer für Einzelthemen, kein Bewerbungsfokus

PFAD-Mitgliedschaft (70 €+/Jahr) Vorteile: Interessenvertretung, regionale Gruppen, Rechtsinformation bei Konflikten Nachteile: Jahresgebühr, kein Bewerbungsfahrplan, keine Pflegegeldtabellen

Wiemann-Buch (24 €) Vorteile: Pädagogisch tiefgründig, fundiert, für die Zeit nach der Vermittlung unverzichtbar Nachteile: Akademisch, nicht prozessorientiert, keine Eignungsprüfungs-Vorbereitung

Kostenlose Foren und Gruppen Vorteile: Echte Erfahrungen, lokale Tipps, emotionale Unterstützung Nachteile: Unstrukturiert, ungeprüft, zeitintensiv, keine verlässlichen Rechtsangaben

Unabhängiger Ratgeber Vorteile: Prozessorientiert, Bewerberperspektive, Pflegegeld-Tabellen, Lebensbericht-Anleitung, kompakt Nachteile: Kein Networking, kein Live-Format, lokale Besonderheiten des Amtes müssen direkt erfragt werden

Häufig gestellte Fragen

Muss ich einen Vorbereitungskurs machen, um Pflegeeltern zu werden?

Nein — nicht als Voraussetzung für die Bewerbung selbst. Viele Jugendämter bieten eigene Vorbereitungsseminare an, die Teil des Bewerbungsprozesses sind und oft kostenlos sind. Diese sind von freien Kursangeboten wie der Pflegefamilien-Akademie zu unterscheiden. Die kostenlosen Seminare des Amtes sind häufig verpflichtend. Zusätzliche Kurse bei privaten Anbietern sind optional und werden eher nach der Vermittlung relevant.

Ist Wiemanns Buch nicht das Standardwerk — warum sollte ich es nicht kaufen?

Es ist das Standardwerk — für die Begleitung von Pflegekindern. Wenn Sie ein Kind aufgenommen haben oder kurz davor stehen, ist es eine exzellente Ressource. Wenn Sie sich auf die Eignungsprüfung vorbereiten, ist es das falsche Werkzeug für diese Phase: Es behandelt pädagogische Praxis, nicht Bewerbungsprozess. Kaufen Sie es nach der Vermittlung — dann werden Sie es tatsächlich brauchen.

Lohnt sich die PFAD-Mitgliedschaft für Erstbewerber?

Als Vorbereitung auf die Eignungsprüfung nicht. Als langfristige Interessenvertretung, für den Erfahrungsaustausch nach der Vermittlung und als Rückhalt bei Konflikten mit dem Jugendamt ist die Mitgliedschaft sinnvoll. Für die Bewerbungsphase ist sie kein sinnvoller erster Schritt — es gibt keine strukturierten Vorbereitungsmaterialien für Erstbewerber.

Sind die Foren nicht ausreichend — andere Pflegeeltern wissen doch am meisten?

Erfahrungsberichte anderer Pflegeeltern sind wertvoll, aber sie haben Grenzen. Erstens sind Foren-Beiträge oft nicht datiert — was vor drei Jahren galt, kann heute anders sein (Pflegegelderhöhungen 2025, Vormundschaftsreform 2023). Zweitens sind Einzelfälle schwer übertragbar: Was beim Jugendamt Nürnberg erlebt wurde, muss nicht beim Jugendamt Kiel so sein. Drittens: Für die Stunden, die Sie in Foren verbringen, um relevante Informationen herauszufiltern, können Sie einen strukturierten Ratgeber lesen und den Prozess systematisch verstehen.

Was kostet ein Vorbereitungskurs der Pflegeelternschule Bayern?

Pflegeelternschule Bayern und ähnliche Anbieter offerieren Vorbereitungskurse, die sich im Preis und Format unterscheiden. Grundlagenkurse von freien Trägern wie Villa Familia sind manchmal kostenlos — als Rekrutierungswerkzeug der Träger, nicht als neutrale Bildungsangebote. Bezahlte Kurse der Pflegefamilien-Akademie liegen bei 100 bis 150 Euro pro Seminar. Behördliche Vorbereitungsseminare (als Teil des Jugendamt-Prozesses) sind in der Regel kostenfrei.

Welche Ressource gibt mir die aktuellen Pflegegeldtabellen für alle Bundesländer?

Das ist eine häufige Frustration: Die meisten frei zugänglichen Quellen — Foren, alte Broschüren, allgemeine Websites — haben veraltete oder unvollständige Pflegegeldangaben. Die Pflegegeldsätze unterscheiden sich erheblich zwischen den Bundesländern und werden regelmäßig angepasst. Hessen zahlt ca. 1.445 Euro pauschal, Bayern, Berlin und andere Länder liegen teils erheblich darunter. Aktuelle, nach Bundesland und Altersgruppe aufgeschlüsselte Tabellen enthält der Ratgeber als druckfertiges Dokument.


Wenn Sie verstehen möchten, welche Ressource in der Bewerbungsphase tatsächlich hilft, und einen strukturierten Schritt-für-Schritt-Fahrplan durch die Eignungsprüfung suchen, finden Sie den Pflegefamilien-Ratgeber für Deutschland hier. Er enthält den vollständigen Guide, Pflegegeld-Tabellen aller 16 Bundesländer, Lebensbericht-Anleitung und Hausbesuch-Checkliste — als die Ressource, die für Erstbewerber in der Bewerbungsphase direkt anwendbar ist.

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