$0 Kanton Basel-Stadt Pflegefamilie Checkliste

Dauerpflege, Kurzzeitpflege, Bereitschaftspflege: Welcher Pflegetyp in Basel-Stadt passt?

Wer anfängt, sich mit der Pflegeelternschaft in Basel-Stadt zu befassen, stösst schnell auf Begriffe wie Dauerpflege, Kurzzeitpflege und Bereitschaftspflege — ohne dass jemand erklärt, was der Unterschied ist und welcher Typ zu welcher Lebenssituation passt. Das ist kein kosmetisches Problem: Der Pflegetyp bestimmt das Pflegegeld, den Betreuungsaufwand, die Planbarkeit und die emotionale Belastung.

Was die verschiedenen Pflegeformen in Basel-Stadt bedeuten

Dauerpflege

Die Dauerpflege ist das, was die meisten Menschen vor Augen haben, wenn sie an eine Pflegefamilie denken: Ein Kind zieht ein und bleibt — typischerweise bis zur Volljährigkeit, manchmal länger. Sie setzt voraus, dass eine Rückkehr in die Herkunftsfamilie nicht absehbar ist.

Das Pflegegeld in der Dauerpflege besteht aus Aufenthaltsbeitrag (ca. CHF 1'070) plus Betreuungsbeitrag (ca. CHF 578), total rund CHF 1'648 pro Monat (Stand 2026). Für Kinder mit erhöhtem Betreuungsaufwand (Fachpflege) kommt der Fachpflegezuschlag von rund CHF 924 hinzu.

Die Dauerpflege stellt die höchsten Anforderungen an die emotionale Kapazität der Pflegeeltern. Sie gehen eine langfristige Bindung ein — mit allen Konsequenzen, inklusive Pubertät, Schulproblemen und dem Umgang mit den leiblichen Eltern über viele Jahre.

Wochenpflege

Die Wochenpflege ist eine Mischform: Das Kind lebt an rund fünf Tagen pro Woche (sechs Nächte) in der Pflegefamilie und verbringt die Wochenenden bei den leiblichen Eltern. Sie wird eingesetzt, wenn die Eltern das Kind prinzipiell betreuen können, aber Entlastung brauchen — zum Beispiel wegen beruflicher Belastung, Gesundheitsproblemen oder einer Familie in Krise.

Das Pflegegeld ist proportional geringer als in der Dauerpflege: rund CHF 1'313 pro Monat (Stand 2026), da die Wochenendsbetreuung bei den Eltern liegt.

Wochenpflege ist planbar, aber sie setzt eine gute Kooperation mit den leiblichen Eltern voraus. Für Kinder kann der wöchentliche Wechsel je nach Situation entlastend oder belastend sein.

Bereitschaftspflege

Die Bereitschaftspflege ist das Gegenteil von Langfristigkeit: Sie dient der Krisenintervention und ist auf maximal 90 Tage begrenzt. Das Kind kommt kurzfristig, wenn eine akute Gefährdungssituation besteht und kein regulärer Pflegeplatz sofort verfügbar ist.

Das Pflegegeld in der Bereitschaftspflege wird tageweise berechnet: rund CHF 101 pro Tag (Stand 2026). Das ist keine niedrige Entschädigung — hochgerechnet auf einen vollen Monat entspricht es rund CHF 3'000. Die Bereitschaftspflege setzt aber besondere Belastbarkeit voraus: Das Kind kommt oft ohne Vorwarnung, häufig traumatisiert, und die Situation ist per Definition instabil.

Bereitschaftspflegefamilien müssen praktisch jederzeit aufnahmebereit sein und einen niedrigschwelligen Zugang zum ZPK und zum KJD haben.

Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege ist zeitlich begrenzt, aber nicht krisenbedingt. Sie überbrückt konkrete Ausnahmesituationen der Eltern: ein Krankenhausaufenthalt, eine Reha, eine familiäre Krise, die in absehbarer Zeit gelöst sein wird.

Im Gegensatz zur Bereitschaftspflege ist die Kurzzeitpflege geplant — Anfang und Ende sind in der Regel bekannt. Das macht sie emotional berechenbarer, aber auch weniger entschädigungsintensiv.

Verwandtenpflege

Wenn ein Kind bei Grosseltern, Tante, Onkel oder anderen Verwandten untergebracht wird, spricht man von Verwandtenpflege. Das Pflegegeld ist hier auf den Aufenthaltsbeitrag begrenzt (ca. CHF 1'017/Monat), der Betreuungsbeitrag entfällt in der Regel.

Welcher Typ passt zu Ihrer Situation?

Eine ehrliche Selbsteinschätzung:

Dauerpflege — wenn Sie eine dauerhafte Familienergänzung suchen, bereit sind, langfristige Bindungen einzugehen, und die Ressourcen haben, auch in schwierigen Phasen zu bleiben.

Wochenpflege — wenn Sie einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachgehen und Struktur brauchen, aber trotzdem kontinuierlich beitragen möchten.

Bereitschaftspflege — wenn Sie hohe Flexibilität, wenig Planbarkeit und maximale emotionale Belastbarkeit mitbringen.

Kurzzeitpflege — wenn Sie Familien in konkreten Ausnahmesituationen helfen möchten, ohne eine langfristige Verpflichtung einzugehen.

Es ist keine Schwäche, für die Kurzzeit- oder Wochenpflege zu entscheiden, statt für die Dauerpflege. Das System braucht alle Formen. Besser ein realistischer Beitrag über Jahre als eine Dauerpflege, die nach sechs Monaten im Abbruch endet — was für das Kind das Schlechteste ist.

Wie entscheidet der KJD, für welchen Typ Sie bewilligt werden?

Grundsätzlich bewerben Sie sich für eine Eignungsbescheinigung, nicht für einen spezifischen Pflegetyp. Im Gespräch mit dem ZPK und der Fachstelle Jugendhilfe werden Ihre Präferenzen, Ihre Ressourcen und Ihre Lebenssituation besprochen. Der "Passungsprozess" — das Suchen nach dem richtigen Kind für Ihre Familie — berücksichtigt dann, was realistisch ist.

Wenn Sie verstehen möchten, wie der Bewilligungsprozess in Basel-Stadt für den Pflegetyp Ihrer Wahl konkret aussieht und welche Anforderungen je Pflegeform gestellt werden, finden Sie das strukturiert erklärt im Ratgeber für Pflegefamilien & Adoption im Kanton Basel-Stadt.

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