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SPF Zürich: Was ist Sozialpädagogische Familienhilfe und wer hat Anspruch?

Nicht jede Familie, die in eine Krise gerät, braucht sofort eine Fremdplatzierung des Kindes. Manchmal braucht sie jemanden, der regelmässig vorbeikommt, mithilft, begleitet und zeigt, wie Erziehungsalltag unter Druck bewältigbar ist. Genau das ist die Idee hinter der Sozialpädagogischen Familienhilfe — kurz SPF.

Die SPF ist eine der sogenannten ergänzenden Hilfen zur Erziehung (eHE) im Kanton Zürich. Sie unterstützt Familien ambulant, wenn fachliche Hilfe im eigenen Zuhause ausreicht und eine Fremdplatzierung vermieden oder begleitet werden kann. Welche Hilfe geeignet ist, hängt vom Einzelfall ab.

Was leistet die SPF konkret?

Eine SPF-Fachkraft kommt direkt in die Familie. Umfang und Häufigkeit richten sich nach dem individuellen Bedarf und der getroffenen Vereinbarung. Die Fachperson beobachtet, analysiert, berät — und hilft vor allem im Alltag: beim Strukturieren des Tagesablaufs, beim Erziehungsverhalten, beim Aufbau von Routinen, die ein Kind braucht, um sich stabil zu entwickeln.

Das Ziel ist nicht, die Elternrolle zu übernehmen, sondern die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken. SPF ist Begleitung auf Zeit.

Die konkreten Leistungen hängen vom individuellen Hilfeplan ab, der gemeinsam mit der Familie und der zuständigen Stelle erstellt wird.

Wer ordnet die SPF an?

Im Kanton Zürich gibt es zwei Wege zur SPF:

1. Freiwillig, über eine zuständige Fachstelle: Familien können sich an den Sozialdienst ihrer Wohngemeinde wenden und um sozialpädagogische Unterstützung bitten. Ob und wie die freiwillige Hilfe eingerichtet wird, klärt die zuständige Stelle mit der Familie.

2. Behördlich, über die KESB: Wenn eine Kindesschutzbehörde (KESB) feststellt, dass das Kindeswohl gefährdet ist, kann sie eine geeignete Kindesschutzmassnahme anordnen. Welche Massnahme und welche Rechtsgrundlage im Einzelfall gelten, ist mit der KESB zu klären.

Welche Stelle koordiniert und welcher Anbieter die Massnahme durchführt, hängt vom konkreten Auftrag ab.


Wenn Sie wissen möchten, wie das Zusammenspiel von KESB, AJB und kommunalen Sozialdiensten im Kanton Zürich funktioniert — und welche Massnahmen es neben der SPF gibt — finden Sie alle Informationen gebündelt im Pflegefamilie & Adoption im Kanton Zürich — Ratgeber.


SPF und das Verhältnis zur Pflegefamilienpflege

Manchmal fragen Eltern, die sich als Pflegefamilie bewerben möchten, ob die SPF ein Ersatz für die Aufnahme eines Pflegekindes ist. Die Antwort: Nein — es sind zwei verschiedene Massnahmen für zwei verschiedene Situationen.

Die SPF richtet sich an die Herkunftsfamilie des Kindes: Sie will verhindern, dass ein Kind aus seiner Familie herausgenommen werden muss. Die Pflegefamilie hingegen ist eine Massnahme für Kinder, die vorübergehend oder dauerhaft nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können.

In der Praxis können beide Massnahmen gleichzeitig laufen: Ein Kind lebt bei einer Pflegefamilie, während die Herkunftsfamilie gleichzeitig SPF-Unterstützung erhält, um die Bedingungen für eine spätere Rückkehr des Kindes zu verbessern.

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Das Versorgungskonzept 2026–2029: Fokus auf Qualität bei der SPF

Das AJB hat im Versorgungskonzept 2026–2029 für die Sozialpädagogische Familienhilfe eine besondere Stossrichtung definiert: Im Gegensatz zur Familienpflege, bei der ein starkes quantitatives Wachstum angestrebt wird, steht bei der SPF die Qualitätssicherung im Vordergrund.

Der Bericht nennt für die SPF die Qualitätssicherung als Schwerpunkt. Welche Ausbildungs-, Vertrags- und Prüfanforderungen im konkreten Angebot gelten, ist beim zuständigen Anbieter oder der zuständigen Stelle zu klären.

Wer kann SPF im Kanton Zürich anbieten?

SPF-Leistungen werden im Kanton Zürich durch verschiedene Fachstellen und Anbieter erbracht. Bekannte Anbieter im Raum Zürich sind:

  • kjz (Kinder- und Jugendhilfezentren des Kantons Zürich) — staatlich
  • Espoir — private Organisation, spezialisiert auf Pflegefamilien und aufsuchende Familienarbeit
  • Caritas Zürich — bietet ebenfalls ambulante Familienbegleitung an
  • Verschiedene regionale Sozialdienste und spezialisierte Fachorganisationen

Die Zuweisung und allfällige Wahlmöglichkeiten richten sich nach dem konkreten Auftrag; klären Sie sie mit dem Sozialdienst oder der KESB.

Was kostet die SPF für betroffene Familien?

Die Kosten einer freiwilligen SPF-Massnahme richten sich nach der kantonalen und kommunalen Finanzierungsregelung sowie der persönlichen Situation. Ob ein Kostenbeitrag anfällt, ist im Einzelfall zu klären.

Bei behördlich angeordneten Massnahmen kann ein Kostenbeitrag der Eltern eine Rolle spielen. Die genaue Regelung ist im Einzelfall mit der zuständigen Stelle zu klären.

Das Gesamtsystem der ergänzenden Hilfen zur Erziehung — von der SPF bis zur Dauerpflege — wird im Kanton Zürich pro Einwohner mit steigendem Budget finanziert: von CHF 101 im Jahr 2022 auf prognostizierte CHF 115 im Jahr 2026. Das zeigt, dass der Bedarf an Unterstützungsleistungen wächst — und dass der Kanton bereit ist, dafür Ressourcen einzusetzen.


Einen vollständigen Überblick über alle ergänzenden Hilfen zur Erziehung im Kanton Zürich — von der SPF über die Erziehungsbeistandschaft bis zur Dauerpflege in einer Pflegefamilie — bietet der Pflegefamilie & Adoption im Kanton Zürich — Ratgeber.

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